Traditionell ist Hamburg, die zweitgrößte Stadt in Deutschland, eine Hafenstadt, eine Stadt der Seefahrer und Händler. Der Handel hat die Stadt reich und groß gemacht. Doch seit langer Zeit verliert der Hafen nach und nach seine Bedeutung. Noch immer wird damit viel Geld verdient, aber im täglichen Leben der Stadt spielt er eine immer geringere Rolle. Das hat viele Gründe. Einerseits ist die Konkurrenz anderer Häfen im vereinten Europa groß. Hier ist vor allem Rotterdam zu nennen. Dann ist es auch so, dass immer weniger deutsche Seeleute auf den Schiffen beschäftigt sind, weil sie im internationalen Vergleich aus Sicht der Reeder zu teuer sind. Viele Aufgaben, die früher sehr personalintensiv waren, sind heute automatisiert und werden mit sehr großem technischem Aufwand erledigt, so dass auch beim Be- und Entladen der Schiffe weniger Menschen Arbeit finden.
So begann die Politik schon vor Jahrzehnten über einen Strukturwandel nachzudenken. Wenn schon im Hafen die Technik eine immer größere Rolle spielte, dann war es naheliegend, gerade diesen technischen Bereich weiterzuentwickeln. Man überlegte, wie man das Ingenieurwesen oder moderner Engineering im Raum Hamburg fördern könnte. Aus diesen Überlegungen heraus wurde schon 1978 die Technische Universität Hamburg-Harburg, die TUHH, gegründet. Es dauerte einige Jahre, bis zunächst die Forschung und dann auch die Ausbildung von Ingenieuren dort anlief. Inzwischen aber unterrichten an der TUHH über 90 Professoren immerhin gut 5000 Studenten. Natürlich gab es auch vorher bedeutende Unternehmen beispielsweise des Maschinenbaus in Hamburg, in denen unter anderem auch Sondermaschinenbau und Prototypenbau stattfand. Aber die TUHH hat dem Engineering hier ganz sicher wichtige Impulse gegeben. Dass dabei der besondere Charakter Hamburgs allmählich verschwindet, dass Hamburg unter den deutschen Großstädten nach und nach austauschbar wird, mag manche stören. An den Erfordernissen der modernen Zeit aber wird ein wenig Seefahrernostalgie nichts ändern.