Das Babydoll

Durch einen Hauch von Chiffon und Spitze zeichnet es sich aus – das Babydoll. Ursprünglich als Nachthemdchen gedacht, sollte es durch seinen figurumspielenden Schnitt die Unschuld und Reinheit der Frau unterstreichen. Als es 1956 in Mode kam, galt das Kleidungsstück noch als leichte Nachtwäsche. Zudem komplettierte eine kurze Pumphose das nächtliche Outfit. Durch den weiten, [...]

Durch einen Hauch von Chiffon und Spitze zeichnet es sich aus – das Babydoll. Ursprünglich als Nachthemdchen gedacht, sollte es durch seinen figurumspielenden Schnitt die Unschuld und Reinheit der Frau unterstreichen. Als es 1956 in Mode kam, galt das Kleidungsstück noch als leichte Nachtwäsche. Zudem komplettierte eine kurze Pumphose das nächtliche Outfit. Durch den weiten, leicht-fallenden Schnitt wurde das Babydoll zum idealen Pyjama für Frauen – komfortabel, bequem und zudem in gewisser Weise auch verführerisch. Das erklärt, warum das Wäschestück mehr und mehr eine erotische Bedeutung zugeschrieben wurde, denn im Sinne des Erfinders sollte es eigentlich mädchenhaft und verspielt wirken.

Seinen Namen bekam die Nachtwäsche durch den US-amerikanischen Spielfilm Baby Doll – Begehre nicht des anderen Weib (ebenfalls 1956). Carroll Baker verkörperte in dem Streifen die minderjährige Baby Doll Meighan, deren Charakter mit ähnlichen Attributen wie die gleichnamige Unterwäsche in Verbindung gebracht wird – unschuldig, rein und kindgeblieben.

Heute ist von der ehemals zweiteiligen Wäsche nur noch das A-förmig geschnittene Oberteil geblieben, zudem konnte das Babydoll auch als Alltagsmode überzeugen. Meist unter dem Busen abgebunden, fällt der ausgestellte Rock auf Knielänge. Für den Alltagslook sieht man von der herkömmlichen Farbgebung in Pastellfarben, weiß oder schwarz ab – hier überzeugen ebenso knallige Töne oder auffällige Muster. Dies gilt ebenso für die Verwendung von Materialen: Während das Nachthemd mit Rüschen oder Spitze besetzt ist, verzichtet des Kleid für den normalen Gebrauch auf derart Verzierungen. Das Dessous wiederum setzt häufig auf Seide und Chiffon – zwei Stoffe, die für den nächtlichen Gebrauch von Vorteil sind, da sie sich leicht und luftig um den Körper schmiegen.

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